Verschlossene Türen schreien auf in der Nacht, wie das Lamm auf der blutroten Schlachtbank. Die Schleier der Dunkelheit, einziger Trost für die Geschundenen, senken sich über Tränenflüsse auf dem Weg ins Meer der Ohnmacht.
Verschwommene Neonlichterstraßen führen an geschändeten Tempeln vorbei, deren Alabastersäulen im Strom der Zeit bröckeln und brechen. Die Hohepriester liegen in Gräben am Wegesrand, gezeichnet von Scham und Pein, reglos und kalt.
Geteilte Bürde bricht sich schmerzlich Bahn. Einst gepriesene Worte der Einheit fallen auf taube Ohren inmitten schluchzenden Verrats. Altes Leid durchbricht zitternde Fundamente, bringt selbst gleißende Wolkenkratzer zum taumeln. Der Staub der zerfallenden Wände legt sich auf alles, wie ein graues Tuch, das niemand abzunehmen vermag.
Wenn der Leben spendende Brunnen nur mehr Gift befördert, Finken und Falken ihre Flügel für immer abgelegt haben, Abgründe alles sind, was vom einst atmenden Tal übrig ist, wird es Zeit, auf den Scheiterhaufen zu springen, um der Auferstehung willen.
Der feurige Schmerz lässt wissen, dass man lebt. Auf dem brennenden Thron vergeht schließlich, was in dunkelsten Ritzen quellt und keimt, bis der verkohlte Weg ins Unbekannte von Neuem aufgeschlossen strahlt und alles ist, was bleibt.
