Partizipation an sozialen Phänomenen impliziert Zustimmung zu den sie bestimmenden Regeln und strukturellen Bedingungen der Möglichkeit ihrer Existenz. Weitmöglichst gedacht impliziert die Teilnahme an gesellschaftlichen Aktivitäten also die Billigung aller gesellschaftlichen Regeln und strukturellen Bedingungen (und ihrer widersprüchlichen bzw. ungleichzeitigen Teile).
Eine fokussiertere Sichtweise ist vermutlich hilfreich, um sowohl Analyse als auch praktische Handlungen instruktiver anzuleiten. Denn nicht zwingend alle Regeln einer (bzw. der) Gesellschaft werden durch Partizipation in einer gegebenen Instanz akzeptiert; vielmehr sind es in erster Linie “nur” diejenigen, welche die jeweiligen Handlungen tatsächlich beeinflussen oder für ihre konkrete Existenz notwendig sind.
Darüber hinaus mag es durch weiterführende Analysen möglich sein, Einsichten hinsichtlich funktionaler Äquivalente zu gewinnen, die ein bestimmtes Phänomen generieren oder begleiten. Auf dieser Basis könnten notwendige (bzw. funktional invariable) und kontingente (bzw. funktional variable) Komponenten voneinander unterschieden werden, die ihrerseits voraussichtlich auf unterschiedliche Weisen in allgemeineren sozialen Strukturen verankert sind.
Das könnte erlauben, nur jeweils in dem Maß an sozialen Phänomenen teilzunehmen, in dem diese konsistent mit akzeptablen gesellschaftlichen Strukturen sind oder auf solchen beruhen. Die Aushandlung oder Definition akzeptabler gesellschaftlicher Strukturen obliegt dabei den potenziell Partizipierenden.
